Das Training ist vorbei, das Gesicht ist gerötet – und Stunden später kommen Brennen, kleine Pusteln oder neue Pickel dazu. Oft bekommt der Schweiss die Schuld, dabei ist er selten der einzige Auslöser. Meist entsteht das Problem, wenn Wärme, Hautfett, Reibung und verunreinigte Gegenstände lange genug auf der Haut bleiben, um die Haarfollikel zu reizen.
Warum kann das Fitnessstudio das Gesicht reizen?
Beim Sport steigt die Hauttemperatur, und Schweiss vermischt sich mit Talg, Sonnenschutz und anderen Rückständen. Bleibt dieser Film zu lange im Gesicht, kann das die Poren leichter verstopfen und die Haut empfindlicher machen – besonders bei Menschen, die ohnehin zu Akne neigen.
Zusätzlich verschlimmert Reibung durch Masken, Kappen, Stirnbänder oder Handtücher das Ganze häufig. Dermatologinnen und Dermatologen sprechen von mechanischer Akne, wenn Ausbrüche durch das Zusammenspiel aus Wärme, Schweiss, Druck und Scheuern entstehen. Typischerweise zeigt sie sich genau dort, wo ein Accessoire immer wieder anliegt oder reibt.
Das Gesicht erst zu Hause zu waschen, kann zu spät sein
Wer mehrere Stunden wartet, verlängert den Kontakt mit Schweiss, Öl und den beim Training angesammelten Rückständen. Die Amerikanische Akademie für Dermatologie (American Academy of Dermatology) rät, das Gesicht nach starkem Schwitzen so bald wie möglich zu waschen – mit einem milden, nicht scheuernden Produkt, das zum jeweiligen Hauttyp passt.
Am besten reinigt man mit lauwarmem Wasser und den Fingerspitzen, ohne Waschlappen, Peelings oder kräftiges Rubbeln. Starkes Schrubben, nur um die Haut „richtig sauber“ wirken zu lassen, kann die Hautbarriere angreifen und Rötungen verstärken. Gibt es keine Dusche, hilft zumindest ein schnelles Abspülen des Gesichts, bis eine vollständige Reinigung möglich ist.
Wie lässt sich nach dem Training eine schnelle Routine organisieren?
Eine praktische Routine muss nicht aus vielen Produkten bestehen. Entscheidend ist, überschüssigen Schweiss zu entfernen, ohne die Haut auszutrocknen oder zusätzlich zu stressen. Um Reizungen zu reduzieren, lohnt es sich, ein paar saubere Dinge in der Sporttasche zu haben und direkt nach dem Training eine kurze Reihenfolge einzuhalten.
- Waschen Sie das Gesicht unmittelbar nach dem Ende des Trainings.
- Verwenden Sie einen milden, nicht komedogenen Gesichtsreiniger.
- Spülen Sie mit lauwarmem Wasser ab und vermeiden Sie sehr heisses Wasser.
- Trocknen Sie die Haut mit sanftem Andrücken, nicht durch Reiben.
- Tragen Sie bei Spannungsgefühl eine leichte Feuchtigkeitspflege auf.
Produkte mit Säuren oder Benzoylperoxid können bei manchen Formen von Akne hilfreich sein, verursachen jedoch auch schnell Reizungen, wenn sie unnötig oder zu häufig eingesetzt werden. Wer bereits in dermatologischer Behandlung ist, sollte bei den empfohlenen Produkten bleiben und nicht nach jedem Fitnessstudio-Besuch eine besonders aggressive Routine starten.
Sehen Sie sich das Video an, das der YouTube-Kanal Amato – Institut für Fortschrittliche Medizin geteilt hat, mit Tipps, wie sich Schwellungen im Gesicht lindern lassen.
Handtuch und Accessoires können Pickel verschlimmern
Das Handtuch, das auf der Bank, an Geräten oder am Körper genutzt wurde, sollte nicht fürs Gesicht herhalten. Es sammelt Schweiss, Hautfett und Rückstände und kann zudem mit gemeinsam genutzten Oberflächen in Kontakt kommen. Wenn Sie die Stirn abtrocknen müssen, nehmen Sie idealerweise ein sauberes Gesichtshandtuch und drücken es nur behutsam auf die Haut.
Auch Masken, Kappen, Stirnbänder und Helme sollten regelmässig gewaschen werden. Bleiben sie feucht oder werden ohne Reinigung wiederverwendet, halten sie Wärme und Reibung an denselben Stellen aufrecht. Das kann zu einer Reihe kleiner Läsionen an Stirn, Schläfen, Nase oder rund um den Mund führen.
Wann sollte die Reizung abgeklärt werden?
Nicht jede Rötung nach dem Training ist Akne. Starker Juckreiz, Schuppung, anhaltendes Brennen, Wunden oder sehr gleichförmige kleine Knötchen können auf Dermatitis, Follikulitis oder eine andere Erkrankung hinweisen. Halten die Beschwerden mehrere Tage an, werden schlimmer oder bestehen trotz veränderter Gewohnheiten weiter, sollte eine Dermatologin oder ein Dermatologe die Haut beurteilen.
Starten Sie die Umstellung schon beim nächsten Training: Nehmen Sie ein Handtuch nur fürs Gesicht mit, waschen Sie Accessoires und schieben Sie die Reinigung nicht stundenlang auf. Eine Routine von wenigen Minuten kann den Kreislauf aus Schweiss, Reibung und Reizung unterbrechen, bevor daraus ein wiederkehrendes und schwer zu kontrollierendes Problem wird.
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