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Therapiehunde an der UBC: Jede Berührung kann Stress bei Studierenden senken

Jugendlicher streichelt entspannt Golden Retriever auf Gras mit aufgehender Sonne und Lernmaterialien.

Wenn Sie schon einmal bei einer Therapiehund-Session auf einem Campus vorbeigeschaut haben, kennen Sie die Atmosphäre: Ein gestresster Student setzt sich hin, streckt die Hand aus – und plötzlich lösen sich die Verspannungen in seinen Schultern. Doch was genau bewirkt diesen Effekt?

Liegt es am klassischen Kraulen hinter den Ohren, während der Hund Sie mit seinem ganzen Welpenblick anschaut? Oder geht es eher um langsame Streicheleinheiten über den Rücken – um Wärme, gleichmäßiges Atmen und den wedelnden Schwanz?

Eine neue Studie des Campus Okanagan der University of British Columbia (UBC) legt nahe, dass die Antwort erfreulich einfach ist.

Damit sich Studierende ruhiger und weniger gestresst fühlen, spielt es keine Rolle, ob sie den Kopf, die Körpermitte oder das Hinterteil eines Therapiehundes streicheln. Entscheidend ist, dass sie überhaupt mit dem Hund in Kontakt treten.

„Diese Forschung knüpft an eine frühere Studie an, die die Auswirkungen auf das Wohlbefinden von Berührung gegenüber keiner Berührung während der Interaktion mit Therapiehunden untersuchte“, sagte der Hauptautor John-Tyler Binfet, Professor an der UBC.

Die Streichelzonen im Test

Für die kurzen, strukturierten Sitzungen mit Therapiehunden gewannen die Forschenden 198 freiwillige Studierende. Jeder Teilnehmer wurde per Zufall einem von drei Therapiehund-Hundeführer-Teams zugeteilt.

Die Studierenden durften die Hunde dabei nicht beliebig streicheln. Stattdessen sollte sich ihre Berührung auf eine bestimmte Körperregion konzentrieren: den Kopf, die Körpermitte oder das Hinterteil.

Jede Sitzung dauerte 10 Minuten, und die Studierenden wurden dazu angehalten, den Hund in diesem Zeitraum möglichst viel zu streicheln.

Das Team sorgte außerdem dafür, dass die Bedingungen von Sitzung zu Sitzung möglichst gleich blieben. Dazu saßen die Studierenden auf Bodenmarkierungen, und zwischen Teilnehmer, Hundeführer und Hund wurde ein einheitlicher Abstand eingehalten.

So sollte der „Ort des Streichelns“ der zentrale Unterschied zwischen den Gruppen sein – und nicht die Stimmung im Raum oder die Distanz, in der die Beteiligten voneinander saßen.

Das wirkt wie ein kleines Detail, ist aber wichtig: Wer eine so präzise Frage wie „Hilft das Berühren des Kopfes mehr als das Berühren des Rückens?“ beantworten will, muss die naheliegenden Einflussfaktoren kontrollieren.

Andernfalls wird letztlich nur erfasst, wer den ruhigsten Hund bekam, wer den freundlichsten Hundeführer hatte oder wer näher saß.

Zehn Minuten mit Therapiehunden zeigten Wirkung

Nach den Sitzungen berichteten Studierende aus allen drei Gruppen von einem besseren emotionalen Wohlbefinden und weniger Stress. In der Gruppe, die den Kopf streichelte, fiel der Nutzen geringfügig stärker aus. Das übergreifende Muster war jedoch eindeutig: Die Berührung jedes Körperbereichs des Hundes half.

Das ist ein praxisrelevantes Ergebnis. Es zeigt, dass solche Programme die Interaktion nicht bis ins Detail steuern müssen, um wirksam zu sein.

Studierende müssen sich nicht darum sorgen, es „richtig“ zu machen. Auch die Verantwortlichen der Programme brauchen keine übermäßig strengen Vorgaben dazu, wohin die Hände gehören – abgesehen davon, was für das Tier angenehm und angemessen ist.

Und ehrlich gesagt entspricht das dem, was die meisten Menschen intuitiv empfinden. Der Trost, den Therapiehunde vermitteln, fühlt sich meist weniger wie eine technische Maßnahme an als wie ein Moment, der einen wieder im Hier und Jetzt verankert.

Das zeigt sich in feinen Gesten: ein warmer Kopf, der sich an die Hand lehnt, langsames Schwanzwedeln oder eine ruhige Präsenz, durch die die Welt etwas weniger laut und etwas besser zu bewältigen scheint.

Berührung könnte der entscheidende Faktor sein

Die Studie passt auch gut zu früheren Arbeiten, die darauf hindeuten, dass Berührung in der tiergestützten Unterstützung wichtig ist. Doch wenn Berührung hilft, ist dann eine Art der Berührung besser als eine andere?

Warum diese Frage gestellt wird, liegt nahe. Hunde laden zu unterschiedlichen Formen der Interaktion ein. Der Kopf ist ausdrucksstark und sozial: Blickkontakt, Ohren und Gesichtsausdrücke spielen dort eine Rolle. Die Körpermitte vermittelt Ruhe und Rhythmus, und das Streicheln dort kann beinahe meditativ wirken.

Am Hinterteil wiederum sind oft Schwanzwedeln und die körperlichen Signale zu sehen, die vermitteln: „Ich bin freundlich.“ Daher ist es nachvollziehbar, sich zu fragen, ob eine dieser Zonen psychologisch stärker ins Gewicht fällt.

Die Ergebnisse weisen jedoch auf eine grundlegendere Erkenntnis hin: Studierende profitieren vom Kontakt selbst – von der Verbindung, dem haptischen Fokus und der kurzen Pause von jener Stressspirale, in der sie gerade feststecken.

Niedrigschwellige Momente für die psychische Gesundheit

Ein wesentlicher Grund für die Bedeutung solcher Programme ist ihre leichte Zugänglichkeit. Viele Studierende bewältigen gleichzeitig akademischen Druck, finanzielle Sorgen, familiäre Probleme, Einsamkeit und die allgemeine mentale Belastung, ständig „funktionieren“ zu müssen.

Professionelle Hilfe für die psychische Gesundheit ist wichtig. Doch nicht jeder kann schnell darauf zugreifen, und nicht jeder ist sofort bereit, darüber zu sprechen.

„Während Studierende mit akademischem und persönlichem Stress umgehen, sind leicht zugängliche Unterstützungsangebote für das Wohlbefinden wichtiger denn je“, sagte Binfet. „Programme wie B.A.R.K. [Aufbau akademischer Bindung durch Hunde] schaffen Momente der Fürsorge, Verbundenheit und Ruhe.“

Zehn Minuten sind keine Therapie im klinischen Sinne. Sie sollen nicht das ganze Leben in Ordnung bringen, sondern genau dann eine kleine Erholungspause ermöglichen, wenn sie gebraucht wird.

Und wenn der genaue Ort der Berührung kaum eine Rolle spielt, werden diese Programme noch leichter umzusetzen – und Studierende können noch einfacher davon profitieren.

Streicheln Sie den Hund dort, wo es ihm gefällt, wo Sie sich wohlfühlen und wo es gerade passt – dann wird die Stressentlastung sicher folgen.

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