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Renault und Thales: Zwei Rüstungsprojekte sorgen bei der CGT für Kritik

Dunkelgraues Renault RNLT-DEFENSE SUV mit moderner LED-Beleuchtung in einer Ausstellungshalle.

Renault bekräftigt seinen Kurswechsel in Richtung Verteidigung und stellt gemeinsam mit Thales zwei neue Vorhaben vor. Intern stösst diese Ausrichtung jedoch auf Widerstand: Die Gewerkschaft CGT wirft der Unternehmensleitung mangelnde Transparenz vor.

Renault und Thales präsentieren neue Vorhaben auf der Eurosatory

Auf der Rüstungsmesse Eurosatory hat der französische Hersteller zwei Projekte angekündigt, die in Partnerschaft mit dem Thales-Konzern umgesetzt werden. Das erste betrifft ein Mehrzweckfahrzeug, das im Einsatz als mobiler Gefechts- bzw. Führungsstand dienen kann. Das zweite Projekt zielt auf die Serienfertigung von „Toutatis“ ab, einer von Thales entwickelten explosiven Drohne; der Produktionsstart ist ab 2027 vorgesehen.

Mit diesen beiden Initiativen festigt Renault seinen schrittweisen Einstieg in die Verteidigungsindustrie – ein Bereich, der bislang nicht zum Kerngeschäft des Autobauers gehörte. Offenbar trifft dieser Kurs nicht überall auf Zustimmung.

Bereits zuvor angekündigt: Chorus-Drohne im Werk Le Mans

Die aktuellen Ankündigungen folgen auf eine Strategie, die Renault seit mehreren Monaten verfolgt. Bereits im Februar hatte das Unternehmen ein erstes militärisches Vorhaben vorgestellt: die Serienproduktion der Drohne „Chorus“ in seinem Werk in Le Mans. Entwickelt wurde das System zusammen mit dem Unternehmen Turgis Gaillard.

Damals betonte Renault, dass die Mitarbeitenden für diese Fertigungslinie auf freiwilliger Basis ausgewählt würden. Nach Angaben des Konzerns habe die Zahl der Bewerbungen die verfügbaren Stellen übertroffen.

Die CGT geht auf Konfrontationskurs

Am Donnerstag, dem 18. Juni, positionierte sich die CGT-Renault in einer Mitteilung gegen die neue Ausrichtung. Die Gewerkschaft kritisiert, das Unternehmen nutze den Kontext der Aufrüstung und handle dabei aus ihrer Sicht zum Nachteil der eigenen Beschäftigten. Viele von ihnen seien „schockiert“.

Konkret widerspricht die CGT Aussagen von François Provost, dem Generaldirektor von Renault, der am 16. Juni in einem Interview mit Le Monde erklärt hatte, der Kurswechsel werde von seinen Teams mitgetragen. Nach Darstellung der Gewerkschaft zeichnen Gespräche „vor Ort“ – sowohl in den Büros als auch in den Werkstätten – ein anderes Bild: Zahlreiche Beschäftigte lehnten die Orientierung ab, weil sie zu Renault gekommen seien, um Autos zu bauen, und nicht, um Waffen herzustellen.

Darüber hinaus wirft die CGT der Unternehmensführung vor, das Thema nur schrittweise und vorsichtig vorangetrieben zu haben, indem Absichten eher angedeutet als klar kommuniziert worden seien. Auch die Informationspolitik gegenüber der Arbeitnehmervertretung steht in der Kritik: Die Personalvertretung habe die Details dieser Projekte erst am 17. Juni in einer Sitzung erfahren – und damit erst, nachdem die Informationen bereits an die Presse gelangt waren.

Schliesslich sieht die Gewerkschaft einen Widerspruch in den öffentlichen Aussagen der Verantwortlichen. Während Patrice Caine, der CEO von Thales, gegenüber Medien erklärt habe, die Drohne Toutatis sei zunächst für den internationalen Verkauf vorgesehen, habe François Provost demnach betont, Renault arbeite ausschliesslich an Verträgen für die französische Armee.

Unsere Analyse

Renaults Hinwendung zur Verteidigung ist Teil eines grösseren Trends. Seit der russischen Invasion in der Ukraine treibt Europa eine umfassende Aufrüstung voran, und die Militärbudgets der NATO-Staaten erreichen Werte, wie sie seit dem Kalten Krieg nicht mehr gesehen wurden. Für Automobilhersteller, die unter einer schwierigen Konjunktur leiden, wirkt die Rüstungsindustrie als Wachstumsmöglichkeit, die sich kaum ignorieren lässt.

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