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Studie verknüpft PFAS („Ewigkeitschemikalien“) mit geringerer Knochendichte bei Kindern

Arzt misst bei einem sitzenden Jungen im Untersuchungsraum den Blutzucker mithilfe eines Blutzuckermessgeräts.

Es wachsen die Sorgen über die Schäden durch sogenannte „Ewigkeitschemikalien“. Neue Forschung bringt nun einige dieser Stoffe mit einer geringeren Knochenfestigkeit bei Kindern in Verbindung.

Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) tragen diesen Spitznamen, weil sie in der Umwelt extrem langlebig sind. Seit Jahrzehnten werden sie in der Industrie und in der Produktion eingesetzt – und sie sind im Alltag praktisch kaum vollständig zu vermeiden.

Was die Studie zu PFAS („Ewigkeitschemikalien“) und Knochendichte bei Kindern untersucht hat

In einer neuen Studie wertete ein Forschungsteam aus den USA und Kanada Gesundheitsdaten von 218 Kindern aus, die über ihre Kindheit hinweg erfasst wurden. Dabei analysierten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Konzentrationen mehrerer PFAS im Blut: Perfluorhexansulfonsäure (PFHxS), Perfluoroctansulfonsäure (PFOS), Perfluoroctansäure (PFOA) und Perfluornonansäure (PFNA).

Anschließend setzten sie die gemessenen PFAS-Werte zu bestimmten Alterszeitpunkten in Beziehung zu Messungen der Knochendichte in verschiedenen Bereichen des kindlichen Skeletts.

Ergebnisse: PFOA und geringere Knochendichte – Alter und Geschlecht spielen eine Rolle

Die Auswertung zeigte einen Zusammenhang zwischen PFOA und einer niedrigeren Knochendichte im Unterarm im Alter von 12 Jahren. Bei den übrigen untersuchten Substanzen unterschieden sich die Zusammenhänge mit der Knochendichte je nach Zeitpunkt der Exposition. Das deutet darauf hin, dass das Alter eine wesentliche Rolle dafür spielt, wie schädlich PFAS sein könnten.

„Diese Ergebnisse ergänzen die wachsende Evidenz, dass eine PFAS-Exposition in der frühen Lebensphase langfristige gesundheitliche Folgen haben kann, und unterstreichen, wie wichtig Maßnahmen zur Verringerung von Verunreinigungen in Trinkwasser und Verbraucherprodukten sind“, sagt die Epidemiologin Jessie Buckley von der University of North Carolina.

Außerdem stellten die Forschenden fest, dass der Zusammenhang zwischen höheren PFAS-Spiegeln und geringerer Knochendichte bei Mädchen stärker ausfiel – ein Befund, den künftige Studien genauer untersuchen könnten.

Wichtig ist: Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie, in der nicht aktiv in die Lebensumstände eingegriffen wird. Damit ist kein eindeutiger Ursache-Wirkungs-Nachweis erbracht. Dennoch sind die gefundenen Verknüpfungen auffällig genug, um weitere Forschung zu PFAS und Knochendichte zu rechtfertigen.

Den Unterschied zwischen den höchsten und den niedrigsten PFAS-Werten schätzen die Forschenden so ein, dass er mit einer um etwa 30 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit für Knochenbrüche einhergehen könnte – ausdrücklich nur als Schätzung.

Wie frühere Arbeiten zu diesem Thema bereits gezeigt haben, ist eine geringere Knochenmasse im Kindesalter mit einem erhöhten Risiko für Knochenbrüche und Erkrankungen wie Osteoporose verbunden, wenn Menschen ins Erwachsenenalter kommen.

Mögliche Erklärung und nächste Forschungsschritte

Als nächste Frage stellt sich, wodurch dieser Zusammenhang zustande kommen könnte. Das Team verweist auf frühere Forschung, die unterschiedliche PFAS-Typen mit Störungen rund um Vitamin D in Verbindung bringt – ein möglicher Ansatzpunkt, um die zugrunde liegenden Mechanismen zu erklären.

Vitamin D ist nur eine von vielen Substanzen, die der Körper für den korrekten Knochenaufbau benötigt. Auch wenn diese Untersuchung nur bis zum Alter von 12 Jahren reichte, ist dies eine entscheidende Phase für Wachstum und Entwicklung.

„Unsere Ergebnisse legen nahe, dass eine Verringerung der PFAS-Exposition während wichtiger Entwicklungsfenster gesündere Knochen über das gesamte Leben unterstützen könnte“, sagt Buckley.

PFOA zählt zu den verbreiteten PFAS, weil es besonders häufig eingesetzt wurde – unter anderem in Textilien, Elektronik und Reinigungsprodukten. Da zahlreiche Studien den Stoff inzwischen mit gesundheitlichen Schäden in Verbindung bringen, ist seine Verwendung weltweit im Rahmen des Stockholmer Übereinkommens verboten. In der Umwelt ist PFOA jedoch weiterhin weit verbreitet.

Von den mehr als 10.000 PFAS, die grundsätzlich verwendet werden können, ist nur ein kleiner Teil überhaupt auf Sicherheit geprüft worden; einige stehen bei bestimmten Konzentrationen mit bedenklichen Gesundheitsfolgen in Zusammenhang.

So wird PFOA von der Internationalen Agentur für Krebsforschung als krebserregend eingestuft. PFOS wird mit Krebs und Geburtsfehlern in Verbindung gebracht, und PFNA wurde bei manchen Menschen mit einer beschleunigten biologischen Alterung verknüpft.

Zwar schreiten Bemühungen voran, Wege zur Entfernung der schädlichsten dieser Chemikalien aus der Umwelt zu finden, doch stehen diese Ansätze noch am Anfang. PFAS sind inzwischen in Nahrung und Getränken, im Wasserkreislauf und im Boden angekommen – entsprechend groß ist der Reinigungsaufwand.

Diese Studie untersuchte nicht, wie sich die Knochendichte in den Teenagerjahren und im Erwachsenenalter weiterentwickelt. Genau das sollte nach Ansicht der Forschenden als Nächstes betrachtet werden, um die hier beobachteten Zusammenhänge weiter zu untermauern.

„Weitere Forschung ist erforderlich, um zu prüfen, ob diese Zusammenhänge bis ins Erwachsenenalter bestehen bleiben oder sich verändern“, schreiben die Forschenden in ihrer veröffentlichten Arbeit.

Die Studie wurde im Journal der Endocrine Society veröffentlicht.

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