Die Vorstellung, dass eine Auszeit alles wieder ins Lot bringt, gehört zu den grössten Fallen des modernen Lebens. In einer Zeit, in der „Burnout“ zum festen Bestandteil des Alltagswortschatzes geworden ist, zeigt sich: Dahinter steckt ein weitaus akuterer und tiefergehender Zustand. Die Psychiaterin Maria Moreno erläutert, worum es dabei geht.
Burnout ist nicht einfach nur Erschöpfung
„Es ist doch nur Müdigkeit“, „Vitamine, um durchzuhalten“: Solche Aussagen hört die Psychiaterin Maria Moreno im klinischen Alltag häufig, besonders kurz vor einer Ruhephase. Viele Menschen setzen ihre gesamte Hoffnung darauf, dass zwei oder drei Wochen Urlaub ausreichen, um die Erschöpfung zu beseitigen und neue Energie zu tanken.
Die psychische Gesundheit funktioniert jedoch keineswegs wie ein Schalter, den man nur umlegen muss, damit sich alles normalisiert. In einer Ära, in der „Burnout“ oft als Begriff für allgemeine Müdigkeit und Erschöpfung verwendet wird, ist klar: Es geht um deutlich mehr als das.
Warum Urlaub einen Burnout nicht heilt
Auf die Frage „Kann man einen ‚Burnout‘ im Urlaub heilen?“ antwortet Maria Moreno unmissverständlich: „Die besonders Optimistischen sollten sich keine Illusionen machen: nein!“ Urlaub könne zwar Entlastung bringen, einige Nächte mit erholsamem Schlaf ermöglichen, Abstand schaffen und sogar den Eindruck vermitteln, „am Ende war es doch nur Müdigkeit“ – oder nicht einmal das.
Das Problem liege häufig darin, was nach dieser Unterbrechung geschieht. „Wenn die Person genau in dasselbe Muster zurückkehrt, in dem Grenzen die Ausnahme und nicht die Regel sind, verschwindet das Problem nicht“, warnt sie. Die Fachärztin mahnt deshalb davor, nur „im Flugmodus zu bleiben“. „Und mit der Zeit verdichtet sich das Ganze weiter“, ergänzt sie.
Keine schnelle Lösung gegen den Stress
Im Zusammenhang mit der Suche nach „schnellen Lösungen“ berichtet die Psychiaterin, dass „viele nach ‚ein paar Vitaminen zum Durchhalten‘ oder nach Angstlösern fragen, um den Stress der gefürchteten Rückkehr zur Arbeit auszuhalten“. Maria Moreno erinnert jedoch daran, dass es „diese ‚Wunderpille‘ nicht gibt“. „Sie ist auch nicht einfach in der Apotheke oder im Kräuterladen um die Ecke erhältlich. Sie kommt mit Veränderungen, die Arbeit machen, aber notwendig sind“, betont sie.
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