Im Rahmen einer weiteren maritimen Annäherung zwischen Moskau und Peking ist am 13. April eine kleine Gruppe der russischen Pazifikflotte im Militärhafen Zhanjiang (Provinz Guangdong) eingetroffen. Zur Flottille gehören die Korvetten RFS Sovershennyy (333) und RFS Rezkiy (343) sowie das Logistikschiff Pechenga; der Aufenthalt in den südchinesischen Gewässern ist als offizieller Besuch über fünf Tage angelegt.
Ankunft in Zhanjiang und Empfang durch die PLAN
Die russischen Einheiten liefen vor wenigen Stunden in den Hafen ein und wurden dabei vom PLAN-Schiff Chenzhou eskortiert. Das Einlaufmanöver umfasste das Hissen der Flaggen beider Länder, gefolgt von einer offiziellen Begrüssungszeremonie, die durch das Kommando des Südlichen Kriegsschauplatzes Chinas ausgerichtet wurde. Solche Hafenbesuche unterstreichen erneut den Grad an Abstimmung, den beide Marinen in den vergangenen Jahren entwickelt haben.
Projekt 20380 (Klasse Steregushchiy): Rolle, Leistung und Bewaffnung
Bei den Korvetten RFS Sovershennyy und RFS Rezkiy handelt es sich um Einheiten des Projekts 20380 (Klasse Steregushchiy). Diese Mehrzweckschiffe sind für Einsätze in küstennahen Operationsräumen ausgelegt. Mit einer Verdrängung von rund 2.200 Tonnen, einer Höchstgeschwindigkeit von 27 Knoten und einer Reichweite von bis zu 4.000 Seemeilen bündeln sie Fähigkeiten zur Bekämpfung von Überwasserzielen, zur U-Boot-Abwehr sowie zur Luftverteidigung.
Zur Ausstattung zählen Uran-Antischiffsraketen (Kh-35), das Flugabwehrsystem Redut und die 100-mm-Schiffskanone A-190. Hinzu kommen Torpedos sowie die Möglichkeit, einen bordgestützten Ka-27-Hubschrauber zu betreiben.
Vorangegangene Aktivitäten im Südchinesischen Meer
Der Hafenanlauf in Zhanjiang steht im Zusammenhang mit vorherigen operativen Aktivitäten im Südchinesischen Meer. Dort führten die russischen Korvetten Übungen durch, darunter Artillerieschiessen gegen simulierte Seeziele, Gefechtsmanöver gegen Bedrohungen an der Oberfläche sowie Abwehrlagen gegenüber Drohnen und unbemannten Booten.
Parallel dazu flogen Ka-27-Hubschrauber Aufklärungs- und U-Boot-Suchprofile. Die Rezkiy simulierte zudem den Einsatz von U-Jagd-Bewaffnung in Abstimmung mit den übrigen Einheiten der Gruppe.
Längere Fahrt seit Februar 2026 und frühere Kooperationen
Der aktuelle Einsatz ist Teil einer grösser angelegten Seefahrt, die Mitte Februar 2026 begann. In diesem Zeitraum nahm die Pazifikflotte in der Region an Patrouillen und Übungen teil und steuerte mehrere Häfen in verschiedenen Ländern an.
In die Reihe der maritimen Kontakte fügen sich zudem frühere gemeinsame Aktivitäten mit der chinesischen Marine ein, darunter das Manöver Joint Sea-2024 sowie kombinierte Seepatrouillen, bei denen Kooperations- und Koordinationsfähigkeiten in maritimen und luftgestützten Marineoperationen demonstriert wurden.
Ungeachtet der Darstellung beider Seiten als routinemässigen Austausch verstärken die Häufigkeit solcher Besuche und das regionale Umfeld im Indo-Pazifik den Eindruck einer zunehmend gefestigten maritimen Zusammenarbeit zwischen Russland und China. Diese stützt sich auf kombinierte Übungen, eine anhaltende Präsenz in strategischen Räumen und den Einsatz vergleichsweise moderner Einheiten wie der Korvetten des Projekts 20380.
Das verwendete Titelbild dient illustrativen Zwecken.
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