Das Ministerium für Menschenrechte und Bürgerschaft (MDHC) teilte mit, dass die brasilianische Regierung am späten Abend des vergangenen Mittwochs (24/06) eine weitere Gruppe brasilianischer Staatsangehöriger entgegengenommen hat, die aus den Vereinigten Staaten abgeschoben worden war.
Wie AEROIN berichtete, wurde für diesen Einsatz eine Boeing 767-300 der Eastern Airlines eingesetzt. Es handelte sich um die 24. Abschiebung von Brasilianern durch die USA in diesem Jahr.
Ankunft in Confins und Ablauf der Aufnahme
Die Aufnahmeaktion, die vom MDHC koordiniert wurde, fand am Internationalen Flughafen Belo Horizonte in Confins (MG) statt. Zeitlich fiel sie mit dem letzten Gruppenspiel der brasilianischen Nationalmannschaft bei der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 zusammen – ein Umstand, der die Ankunft für viele Rückkehrende zusätzlich mit Symbolik auflud.
Die Abschiebung selbst wird von der Regierung der Vereinigten Staaten durchgeführt. Auf brasilianischer Seite ist die Aufnahme Teil des Programms Hier ist Brasilien, das vom MDHC gemeinsam mit mehreren Bundesbehörden organisiert wird. Der Flug aus den USA setzte gegen 18:50 Uhr auf – nur wenige Minuten vor dem Anpfiff.
Betreuung im Programm „Hier ist Brasilien“
Für Mariana Medeiros, die lokale Koordinatorin der Internationalen Organisation für Migration (IOM) im Programm Hier ist Brasilien, verlieh die Überschneidung mit einem Spiel der Nationalmannschaft der Begrüßung eine besondere Bedeutung. „Die Weltmeisterschaft weckt meist Stolz und Freude, Brasilianer zu sein. Diese Menschen genau in diesem Moment zu empfangen, sorgt dafür, dass viele dieses Gefühl gleich bei der Ankunft im Land wiederfinden“, betonte sie.
Nach der ersten Aufnahme wurde ein Teil der Gruppe in das Hotel gebracht, in dem eine spezielle Betreuungsstruktur eingerichtet ist. Dort erhielten die Rückkehrenden Verpflegung, Hygienesets, psychosoziale Unterstützung sowie medizinische und psychologische Begleitung. Zudem gab es Orientierungshilfen und Unterstützung für die Weiterreise in die jeweiligen Herkunftsstädte.
Mariana zufolge war die vorbereitete Infrastruktur so organisiert, dass die Repatriierten – ohne den Betreuungsablauf zu stören – Teile des Spiels auf einer im Hotel installierten Großleinwand verfolgen konnten. „Die Begleitung durch unser Team läuft während der gesamten Operation vollständig weiter. Während wir die sichere Rückkehr jeder Person in ihre Herkunftsstadt organisieren, stellen wir zugleich ein qualifiziertes Gesprächsangebot und die nötige Fürsorge sicher, damit dieser Prozess würdevoll stattfinden kann“, erklärte sie.
Medizinische Versorgung durch das Gesundheitsministerium
Bei dieser Operation stellte das Gesundheitsministerium (MS) über die Universitätskliniken (HUs) Brasiliens ein multidisziplinäres Team für die Versorgung der Repatriierten bereit: ein Arzt, eine Pflegekraft und ein Psychologe des Hospital das Clínicas der Bundesuniversität von Minas Gerais (HC-UFMG). Insgesamt wurden 17 Behandlungen durchgeführt; die meisten betrafen grippeähnliche Beschwerden. Zusätzlich gab es einen Fall, der eine Begleitung im Bereich der psychischen Gesundheit erforderte.
Profil der Ankommenden
Von den 56 Personen, die in der Operation aufgenommen wurden, bestand der Großteil aus Männern; es waren lediglich zwei Frauen – ein Anteil, der deutlich unter dem Niveau der zuvor angekommenen Flüge lag. Eine der Frauen reiste mit ihrem 9-jährigen Sohn. Ausserdem wurde ein Fall registriert, der eine von der Justiz gesuchte Person betraf.
Fünf Personen entschieden sich, ihre Weiterreise eigenständig zu organisieren, weil sie bereits über die nötigen Möglichkeiten zur Fortbewegung verfügten oder weil Angehörige sie am Flughafen abholten.
Bei der Altersverteilung überwogen Erwachsene zwischen 30 und 39 Jahren. Danach folgten die Gruppen der 40- bis 49-Jährigen sowie der 18- bis 29-Jährigen. Zudem wurden fünf Repatriierte im Alter zwischen 50 und 59 Jahren erfasst. Das Durchschnittsalter der Gruppe lag bei 36 Jahren.
Hintergrund: Ziele der US-Abschiebeflüge und Zahlen
Nach Angaben des US-Ministeriums für Innere Sicherheit dienen Abschiebeflüge dazu, Staatsangehörige anderer Länder zurückzuführen, die die US-Einwanderungsgesetze nicht eingehalten haben. Betroffen sind vor allem Personen, die illegal in die Vereinigten Staaten eingereist sind, keine Erlaubnis zum Verbleib erhalten haben, wegen Straftaten verurteilt wurden und/oder als Gefahr für die nationale Sicherheit eingestuft werden.
Auf Basis einer Erhebung von Ricardo Morgan, der den Luftverkehr am Internationalen Flughafen Belo Horizonte fotografiert und filmt, wurden im Jahr 2025 von den USA 3.371 Brasilianer in 38 Flügen abgeschoben; die Ziele waren Confins, Fortaleza oder Manaus. Im Jahr 2026 waren es bereits mehr als 1.400 Personen in 24 Flügen – alle nach Confins.
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